Wie Angela Merkel gegen die Glühbirne kämpft und so die Welt rettet

31. März 2007

Beim Klimagipfel der EU-Staaten Anfang März gelang der derzeitigen Ratspräsidentin Angela Merkel der “Durchbruch”: die EU will den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2020 um mindestens 20 Prozent reduzieren. Zu den wenigen konkreten Maßnahmen, die geplant sind, gehört dabei die Ablösung der herkömmlichen Glühbirne durch Energiesparbirnen. Ich schrieb dazu am 10.03.07 einen Leserbrief an die Berliner Zeitung, der, da bisher nicht gedruckt, hier zitiert werden soll.

Es ist unserer Kanzlerin nicht hoch genug anzurechnen, daß sie die eigentliche Ursache von Energieverschwendung und Klimakatastrophe, nämlich die Glühbirne, nicht nur beim Namen nennt, sondern mit Hilfe der EU auch mutig bekämpfen will.

Schließlich werden die knappen Ressourcen für die Bestrahlung von wertvollen Werbeplakaten, Riesenpostern, Gebäudeverhüllungen, etc. benötigt. Die Litfaßsäulen wollen sich ganztägig drehen, Lichterspektakel wollen veranstaltet sein, die menschenleeren Büros am Potsdamer Platz, im Regierungsviertel und anderswo wollen des Nachts durchgehend beleuchtet sein und die öffentlichen Toiletten wollen natürlich motorisch gereinigt sein, schon allein um die Arbeitslosigkeit nicht zu verringern.

Da ist es doch nicht zu viel verlangt, wenn der einfache Bürger einen Beitrag dazu leistet, solch lebensqualitätssteigernde Energienutzung auch weiterhin zu ermöglichen, indem er die altmodische Glühbirnenbeleuchtung in seiner Wohnung durch das anheimelnde Licht moderner Energiesparbirnen ersetzt und somit Energie für Wichtigeres freigibt.

Natürlich kann das Verbot der Glühbirne aber nur ein erster Schritt sein. Mittelfristig ist die Abschaffung der Wohnungsbeleuchtung generell anzustreben. Bereits jetzt können schließlich immer mehr Menschen ihre Wohnung von der Plakatwand gegenüber mit beleuchten lassen.

Anzumerken bleibt noch, daß dieser Versuch, die Glühbirne ins Zentrum der Klimadebatte zu rücken, natürlich Methode hat. Schließlich hat die Regierung Merkel ja auch schon die Hauptursache für die Luftverschmutzung bei den Rauchern lokalisiert. Um den Umweltkollaps abzuwenden, ist es nun mal erforderlich, die Kleinen zu hängen, da man nur so die Großen noch etwas länger laufen lassen kann. Und die Idee mit der Glühbirne besticht darüber hinaus noch dadurch, daß sie zunächst einmal den Konsum ankurbelt. Angela Merkel hat das alles schon verstanden.

2 Kommentare zu “Wie Angela Merkel gegen die Glühbirne kämpft und so die Welt rettet”

  1. Master

    Hallo Glöckner,
    es sind schon immer Glühlampen und Energiesparlampen gewesen, die da leuchten. Birnen wachsen auf den Bäumen und man kann sie essen.
    Master

  2. admin

    Hallo Experte!
    Das ist mir bekannt. Ein Blick in ein deutsches Wörterbuch (z. B. Wahrig) wird Dich allerdings lehren, daß “Glühbirne” der umgangssprachliche Ausdruck für “Glühlampe” ist.

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