Bitte beregnen!
26. Juli 2007
Nachdem die Arbeiten im Nelly-Sachs-Park nun abgeschlossen zu sein scheinen, wird deutlich, worum es bei diesem als Fahrradweg deklarierten Projekt wirklich ging: dies ist ganz ohne Zweifel die von der CDU und FDP so vehement geforderte Landebahn für Privatflugzeuge, die den Flughafen Tempelhof ersetzen soll. Bei der kreisrunden Fläche im Vordergrund dürfte es sich um einen Hubschrauberlandeplatz handeln.
Obwohl die Arbeiten, wie gesagt, offenbar beendet sind, bleibt das Gelände abgesperrt. Vermutlich ist die für die Beseitigung der Bauzäune zuständige Person derzeit in Urlaub. Zum Glück wird allabendlich durch "freiwillige Helfer" (der Bezirk begrüßt ja ausdrücklich bürgerschaftliches Engagement) eine Lücke im Zaun geschaffen, die dann des morgens von einer für die Schließung verantwortlichen Person, die offenbar nicht in Urlaub ist, wieder geschlossen wird.
An allen Ecken des Parks wurden darüber hinaus Schilder aufgestellt, die neben dem Verhaltenskodex für Berliner Grünanlagen (der offenbar auch für Grauanlagen gilt) die Mitteilung "Automatische Beregnungsanlage" enthalten. Hierzu muß man wissen, daß eines der Hauptprobleme des Bezirks Tempelhof-Schöneberg die zu geringe Zahl von Arbeitslosen ist. Deshalb mußte der 1-Euro-Jobber, der hier dreimal im Jahr einen Gartenschlauch in die Hand nimmt, unbedingt eingespart werden.
In Süddeutschland habe ich einmal einen Spruch gelernt, der - übersetzt ins Hochdeutsche - etwa lautet: "Herr, laß es Hirn regnen!" Diese Art von "Beregnungsanlage" würde ich mir für das Bezirksamt wünschen.
Am 26. Juli 2007 um 15:26 Uhr
Nö die nehmen nichts an. Schon gar kein Hirn.
Am 26. Juli 2007 um 16:08 Uhr
Wartung und Reparatur der Beregnungsanlage haben die von Amts wegen sparsam Denkenden (...) sicher nicht in die Humanmaterialeinsparversion eingerechnet - oder?
Am 26. Juli 2007 um 16:55 Uhr
Und die Beregnungsanlage ist dann der Grund, warum man nicht Ballspielen darf, siehe Wiese vor dem Reichstag.