Das Leben der Anderen

1. April 2007

Deutscher Filmpreis, Bayerischer Filmpreis, Europäischer Filmpreis, Oscar, und Hollywood droht mit “Remake” - erfolgreicher kann ein Film nicht sein. Doch liegt dieser Wertschätzung wohl ein gigantisches Mißverständnis zugrunde. Florian Henckel von Donnersmarcks Film zeigt nämlich gar nicht die Stasi-Praktiken der DDR-Zeit. Er spielt im Großdeutschland der Ära Schäuble.

Wolfgang SchäubleSeit 2005 ist Wolfgang Schäuble als Bundesinnenminister wieder offiziell zuständig für die Staatssicherheit. Seine Vorstellungen von dieser hat er am 08.02.07 in einem Interview der taz, zu dem sich die Bundesregierung auch noch durch Nachdrucken auf der eigenen Site bekennt, zum Besten gegeben. Sie beinhalten u. a. die heimliche Installation von Schadprogrammen, sog. “Trojanern“, auf den Rechnern der Bürger zu Überwachungszwecken. Die Regierung lernt von den Verbrechern.

Da ein solches Vorgehen, das etwa einem Einbruch gleichkäme, natürlich gesetzwidrig ist, sollen halt - wie in solchen Fällen üblich - die Gesetze und notfalls die Verfassung geändert werden.

Und was sagt Angela Merkel, die Kanzlerin mit dem Migrationshintergrund, zu den Vorstellungen ihres Innenministers? Sie müßte sich dabei doch eigentlich an ihre Jugendzeit im Osten erinnert fühlen. Oder hat sie als ausgebildete Physikerin gelernt, mit zweierlei Maß zu messen?

Zur Verbreitung des Schäuble’schen Trojaners böte sich übrigens die Steuererklärungs-Software Elster an, die von den Finanzämtern bereits jetzt empfohlen und verteilt wird. Die Terroristen machen ihre Steuererklärung - und schwupps, haben sie den Trojaner installiert, der Herrn Schäuble die Tür öffnet.

[Nachtrag:] Auf die Idee mit der Elster-Software sind offenbar an diesem 1. April auch noch andere gekommen. (Oder sollten die meine Idee geklaut haben?)

Ein Kommentar zu “Das Leben der Anderen”

  1. Nichts gewusst? auf Augs.blog

    [...] dass er private Computer heimlich durchsuchen lassen will [...]

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