Albert III

31. Juli 2007

Wollte man alle Beispiele für menschliche Dummheit sammeln, könnte man jeden Tag tausende von Seiten füllen.

Die Berliner Zeitung berichtet heute in ihrem Wissenschaftsteil von einem “Team um den Sozioökologen Helmut Haberl von der österreichischen Universität Klagenfurt”, das im “US-amerikanischen Fachjournal Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS)” die Erkenntnis publizierte, durch die Zunahme von Biotreibstoff-Anbauflächen würden andere Tier- und Pflanzenarten verdrängt.

Vielleicht sollte man ja im Zeitalter der Auftragsforschung froh darüber sein, daß hier nicht das Gegenteil bewiesen wurde, etwa, daß die zunehmende Bebauung der Erde mit “natürlichen Energieträgern” die Artenvielfalt erhöht. Aber mal ehrlich: ist das, was diese Wissenschaftler da verkünden, nicht eine Binsenweisheit? Ich brauche jedenfalls kein Team, keine Universität und auch kein Fachjournal um zu erkennen, daß, wenn ich immer größere Flächen mit Raps überziehe, ich allem Leben, sofern es nicht zufällig “Raps” heißt oder vom Raps lebt, die Existenzgrundlage raube. Auch der Mensch könnte dann nicht mehr leben. Nur noch autofahren.

Zum Glück gibt es kein vom wissenschaftlichen “Fortschritt” geschaffenes Problem, für das die Wissenschaft nicht auch die Lösung hätte. In diesem Fall wird sie in einem zweiten Artikel direkt neben dem oben erwähnten präsentiert, der ebenfalls aus dem “Fachblatt Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS)” zitiert. Die Überschrift: “Wie sich Diabetes bei Mäusen stoppen lässt”. Anschließend braucht man den Mäusen dann bloß noch das Rapsfreßgen einzuimpfen, und schon ist eine Tierart gerettet.

Schlechter steht es da aus den bekannten Einstein’schen Gründen immer noch um den Menschen. In einem Vergnügungspark in Franken hat ein Hesse versucht, den Weltrekord im Achterbahn-Dauerfahren zu brechen (ddp). Nach 528 Fahrten ist eine Bandscheibe ausgestiegen. Sie war offenbar intelligenter als ihr Träger.

Damit möchte ich die Beschäftigung mit der Intelligenzbestie Mensch vorerst einstellen. Sie macht mich immer so depressiv. Da gehe ich lieber essen. Mal sehen, was auf dem Speiseplan steht:

Brunhildstraße

Aha, 0-Bock-Bier…

Grunewaldstraße

… und 0-Bock-Wurst.

Ein Kommentar zu “Albert III”

  1. sliqq

    immer wieder herrliche beiträge. danke, glöckner.

Kommentar schreiben:

(Kein Cursor in Eingabefeldern? Bekannter Bug der Mozilla/Firefox-Browser. Die Texteingabe funktioniert, nur der Cursor ist nicht sichtbar.)