De(moim)pressionen
23. September 2007Besonders beeindruckt hat mich bei der gestrigen Demo gegen den Überwachungsstaat (zu der ich etwas später dazustieß), wie begeistert die Polizisten mitdemonstrierten. Das war Cinemascope, um mal Christoph Schlingensief zu zitieren.

Sie hatten ihr lustiges U-Boot auf Rädern, den Ü-Wagen, dabei, und selbst aus der Luft solidarisierten sie sich mit dem Protest gegen zunehmende Überwachung.
Merkwürdiger Zufall, daß es gerade an den Stellen zu Zwischenfällen kam, wo das Geschehen sehr schön von einem erhöhten Standort aus beobachtet werden konnte, nämlich auf dem Schloßplatz und vor der Staatsoper. Wer hatte da wen provoziert, und warum?
Auch die so wichtige Frage nach der Teilnehmerzahl kann ich nicht beantworten. Ich hatte erst einen Bruchteil der Teilnehmer gezählt, da war die Demo schon wieder zu Ende.
Dafür traf ich zum Schluß noch eine ganz nette Polizistin. Also: man sollte die Dinge - trotz allem - differenziert sehen.
Ob die Demo was bringt? Von der Tagesschau wurde sie jedenfalls komplett ignoriert. Die berichtete statt dessen, daß in Burma "tausende" von Mönchen gegen höhere Benzinpreise demonstriert hatten.
Am 23. September 2007 um 18:50 Uhr
Gestern hat mich auch der Demo-Blues erwischt und ich wurde zeitweilig ein wenig depressiv. Jahrelanges Demonstrieren gegen alles mögliche - und hinterher kommt es doch immer anders und die erwünschte mediale Resonanz bleibt aus.
Ich tröste mich nun so: Nutzlos aber nicht sinnlos, und die nächste Demo kommt bestimmt.
Am 23. September 2007 um 19:35 Uhr
Nein, sinnlos ist sowas sicher nicht. Mir hat es zumindest den Blick für das, was hier momentan abgeht, noch etwas mehr geschärft (glaube ich).
Am 25. September 2007 um 15:10 Uhr
I´m not amused...
http://ostprinzessin.de/bz/2007/09/25/i%c2%b4m-still-not-amused