Wolf dackelt zu Fuzzi (und andere Skurilitäten)

24. Januar 2008

Wenn es hier in letzter Zeit etwas ruhiger war, dann nicht etwa deshalb, weil der alltägliche Wahnsinn plötzlich einen Bogen um diese Stadt oder dieses Land gemacht hätte, sondern eher, weil auch Kotzen auf Dauer langweilt und das verzweifelte Schlagen mit Windmühlenflügeln angesichts der Übermacht der herangallopierenden Esel unter ihren Sancho-Panzas (schiefes Bild, denn Sancho war ja ein Guter - sei’s drum) ohnehin wirkungslos verpufft.

Zum Zeichen, daß ich dennoch lebe, hier ein paar Brocken, die ich aus dem grippevirendurchsetzten Medienbrei der letzten Tage herausgefischt habe.

  1. Der Berliner ”Senator für Wirtschaft, Technologie und FrauenHarald Wolf, Mitglied einer rätselhaften Partei namens ”Die Linke”, dackelte gestern nach Spandau, um einer neuen Tochterfirma der Wall AG namens ”Draussenwerber GmbH” [sic] seine Reverenz zu erweisen. Das neue Unternehmen vermarktet ”schlagkräftig” 40.000 Plakatflächen in Berlin. Ein Schlag ins Gesicht für Menschen, die gerne noch mal was anderes von dieser Stadt sehen würden als Werbedreck. Nicht aber für einen wackeren Sozialisten. Deshalb: Danke, Genosse Wolf, für Deinen Einsatz!
  2. Auch Wolfs Boss Klaus Wowereit war wieder in Sachen Wirtschaftsförderung aktiv. Diesmal förderte er die Wirtschaft der Vereinigten Staaten von Amerika, indem er dem reichsten Mann der Erde, Bill Gates, seine Reverenz erwies. Gates erklärte sich im Gegenzug dazu bereit, seine - wie jeder Computerbenutzer weiß, höchstwertigen - Produkte noch stärker als bisher an deutschen Schulen zu vermarkten und so einen wirkungsvollen Beitrag zur Bekämpfung der Anarchie zu leisten, die bekanntlich aus der Verwendung besserer, aber dafür kostenloser Alternativen erwächst.

    Wie um zu beweisen, daß sich die USA auch in geschmacklicher Hinsicht nicht hinter Berlin zu verstecken brauchen, überreichte Wowereit dem Gast bei dieser Gelegenheit dann noch einen weißen Kitsch-Bären aus Porzellan.

    Auch für Deinen Einsatz herzlichen Dank, Genosse Wowereit!

  3. Und schließlich wurden noch auf einem anderen, sehr wichtigen Gebiet bemerkenswerte Fortschritte erzielt: dem des Fortschritts. Auf der Messe Hirnriss Plus (Motto: ”Aus HIRNRISS wird Business”), die derzeit parallel zur Grünen Woche in Berlin stattfindet, wurde eine Massagebrille vorgestellt, welche mit Hilfe von vibrierenden Kunststoffnoppen, die gegen das Gesicht des Trägers drücken, diesen der Tatsache versichert, daß er noch lebt. Bisher bedurfte es ja permanenter Handygespräche, um einen annähernd vergleichbaren Effekt zu erzielen.

    Allerdings ist dieses Produkt durchaus weiter verbesserungsfähig. So fehlt z. B. ein kleiner Roboterarm mit einem Hammer an einer Seite der Brille. Mit Hilfe einer aufwendigen, zufallsgeneratorischen Prozessorsteuerung würde der Arm dann dem Träger der Brille immer wieder mit dem Hammer von oben auf den Kopf hauen, bis das bedrohliche Gefühl, das Innere des eigenen Kopfes könnte evtl. doch hirnzellenunterbesiedelt sein, durch ausreichend intensive taktile Reize zuverlässig überlagert worden ist.

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