Lichtkunst-Batzillus befällt Reichstag

2. Juli 2008

Den Wettbewerb zur dauerhaften Illuminierung des Parlamentsgebäudes hat überraschend (kleiner Scherz!) der international gefragte Hamburger “LichtkünstlerMichael Batz gewonnen. Batz dürfte den Lesern dieses Blogs kein Unbekannter sein, ebensowenig wie der Vorsitzende der “hochkarätig besetzten Fachjury“, der die Entscheidung zu verdanken ist, Volker Hassemer, der hier in seiner Eigenschaft als Vorstandsvorsitzender der Stiftung Zukunft Berlin in Erscheinung tritt, der Stiftung also, die diesen Wettbewerb zusammen mit der Sparkassen-Finanzgruppe und der Stiftung Lebendige Stadt initiiert hat.

Hochkarätig in der Jury saß auch der Vorstandsvorsitzende der letztgenannten Stiftung, Andreas Mattner, der zwar im wirklichen Leben Geschäftsführer des Immobilienkonzerns ECE ist, ganz sicher aber aufgrund seiner Beziehungen zu Vorstandsmitglied und Lichtkünstler Michael Batz als besonderer Experte auch in Sachen Lichtkunst gelten kann.

Bei Licht betrachtet haben die hochkarätig vorstandsvorsitzenden Lichtkunstexperten nicht etwa Michael Batz - wie man irrtümlich annehmen könnte - sondern “Dem deutschen Volke” mit ihrem Einsatz für die Kunst ein großartiges Geschenk gemacht, wie es in der Pressemitteilung des Deutschen Bundestags unter Abkupferung von Pressemitteilungen der Stiftung Lebendige Stadt und der Stiftung Zukunft Berlin so treffend heißt. Denn: die Illumination spart dem Steuerzahler Energie und reduziert den CO2-Ausstoß! Nur 7264 Watt sollen die 400 Leuchten verbrauchen, die da installiert werden sollen, das sind schlappe 180 Wohnzimmerlampen, und wenn man bedenkt, daß ja demnächst die augenfreundliche Glühlampe ganz aus den Wohnzimmern verbannt wird, dann kann man mit der so eingesparten Energie noch viel mehr Reichstage illuminieren.

Notwendig ist die Beleuchtung allemal, denn wie sollte der Bürger die beeindruckenden Erfolge der Bundesregierung beim Umweltschutz im Dunkeln erkennen können?

Und auch für die Kosten der “Installation” - ich nehme an, das ist das Künstlerhonorar - braucht der Steuerzahler nicht aufzukommen. Diese 720 000 Euro sponsert großzügig die Sparkassen-Finanzgruppe. Man achte auf das leuchtende Sparkassen-Emblem - demnächst am Deutschen Bundestag.

 
Disclaimer: Alle in diesem Artikel genannten Zahlen entstammen offiziellen Quellen und haben mit der Realität wahrscheinlich wenig zu tun.

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