Volk meets Fuhrer (II)
25. Juli 2008“Es kommt sehr selten vor, dass auf einem wissenschaftlichen Kongress der gleiche Vortrag zweimal gehalten wird. Auf dem Weltkongress der Psychologie, der diese Woche in Berlin stattfindet, war das gestern der Fall: Philip Zimbardo, ein US-amerikanischer Sozialpsychologe, redete noch einmal in dem Saal, der tags zuvor wegen Überfüllung geschlossen worden war. Insgesamt waren es um die zweitausend Psychologen, die Zimbardo zuhörten, und viele von ihnen standen nach dem Vortrag auf, um ihm zu applaudieren - der 75-Jährige war der unbestrittene Star des Berliner Kongresses.” (Berliner Zeitung vom 25.07.08)
Der Mann, der hier die Standing Ovations seiner Wissenschaftlerkollegen entgegennahm, war 1971 durch das “Stanford Prison Experiment” berühmt geworden. Er teilte damals seine Studenten ein in Wärter und Gefangene und ließ sie im Keller der Universität “Gefängnis” spielen. Dann schaute er ihnen dabei zu und filmte sie, wie sie anfingen, sich gegenseitig zu quälen und zu foltern.
Er selbst spielte den Gefängnisdirektor und bekennt heute freimütig, dabei “emotional abgestumpft” zu sein.
Erst durch die Intervention einer Außenstehenden wurde das “Experiment” schließlich in letzter Minute gestoppt.
Wie nennt man solcherlei Forschung am lebenden Menschen? Gelebten Sadismus à la Mengele? - Vielleicht. Aber die wissenschaftlichen Erkenntnisse, die dabei gewonnen wurden, rechtfertigen doch wohl das Vorgehen. Zimbardo ist schließlich, wie George W. Bush, Spezialist für die “Psychologie des Bösen” und den “Luzifer-Effekt“.
Und wie lauten seine Erkenntnisse? - “Es gibt nicht die gute oder die böse Person - jeder von uns trägt beide Eigenschaften in sich.”
NEEIN! WIRKLICH?