Kommissar Zuphal und der Club der Weisen Männer
20. August 2008Es gibt schon merkwürdige Zufälle. Gestern Abend bin ich zufällig unweit der CDU-Parteizentrale an einem grauen Natursteinbau vorbeigekommen, der mich stark an einen nordspanischen Parador der Franco-Zeit erinnerte. Die Architekturformen des - wie inzwischen fast alles in Berlin - natürlich kameraüberwachten Gebäudes erinnerten an den Flughafen Tempelhof, das Finanzministerium und andere Nazi-Bauten (die ja durchaus ihren ästhetischen Reiz haben können). “Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik e. V.” stand auf einer Tafel neben dem Eingang. Was mochte das für ein Verein sein, in dieser Stadt, die sich immer noch als offene Metropole zu geben beliebt, obwohl sie in weiten Teilen längst zu einem geschlossenen Biotop für Lobbyisten und Eldorado der Mächtigen aus der Wirtschaft verkommen ist? Wieso interessiert sich ein privater Verein überhaupt für so etwas wie Außenpolitik?
Heute, einen halben Tag später, weiß ich schon die Antwort, zufällig gelesen in einem Artikel des Online-Magazins Telepolis, zu dem das Blog “Lobby Control” nahezu zeitgleich mit meiner Entdeckung des Gebäudes verlinkt hat.
Ich kann die Lektüre dieses Telepolis-Beitrags sowie auch der Seiten der “Gesellschaft für Auswärtige Politik” (samt Liste der Präsidiumsmitglieder und ihrer Lebensläufe sowie Liste der Förderer) nur jedem, der daran interessiert ist, wenigstens zu verstehen, warum es mit dem Weltfrieden sozial und militärisch gesehen so gefährlich bergab geht, nur wärmstens empfehlen. Letztlich geht es dabei auch um das Ende der Demokratie.
Siehe auch:
Transatlantiker des Tages: Karsten Voigt
Deutscher Flotten-Einsatz vor Gaza geplant
und den hervorragenden Hintergrundartikel
Marktradikale Pressure Groups