Pech gehabt

24. September 2008

Heute Vormittag fiel in Berlin an der Hohenfriedbergstraße Ecke Brunhildstraße mit leichtem Knirschen ein Baum um. Einfach so. Wie Thomas Dörflein. Not with a bang, but a whimper, um mit T. S. Eliot zu sprechen.

Kein sehr alter Baum war das, und auch keiner, der abgestorben war. Die Finger hatte man ihm regelmäßig geschnitten. (Bäume haben ja keine FingerNÄGEL, deshalb muß man ihnen die Finger schneiden.) Bei den Zehen war das nicht nötig gewesen, denn die waren unter dem Stein und Asphalt ohnehin kaum gewachsen.

Etwa eine halbe Stunde nach dem Vorfall, bei dem ein geparktes Kfz mutmaßlich leicht beschädigt wurde, hatte das Technische Hilfswerk das Verkehrshindernis weitgehend aus dem Weg geräumt, und knapp 1,5 Stunden später war von der Leiche so gut wie nichts mehr übrig. Der Abschiedsbrief, der neben dem jetzt mit rot-weißem Trauerflor verzierten Stumpfrest lag, wurde in der Eile übersehen. “Ich wollte zum Nachdenken anregen,” stand darin in der krakeligen Handschrift eines viel zu jung verstorbenen Baumes.

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