Vorsicht!

8. Juni 2007

“Am Hackeschen Markt testen Markenfirmen neue Verkaufskonzepte für junge Kunden.” (Berliner Zeitung)

 

 

 

 

 

 

Das war’s eigentlich schon.

 

 

Oder gibt’s dazu noch was zu erklären?

 

Also gut.

Der Immobilienheini -dienstleister Engel & Völkers hat eine neue “Studie” vorgestellt, nach der der Hackesche Markt “immer noch ein trendiger, szeniger Bereich” sei, in dem die Entwicklung “eindeutig zu mehr hochwertigen Läden” gehe. Als Beispiele für solche Läden werden u. a. Adidas, Boss, Lacoste, Akne Acne Jeans und H&M genannt. “Damit ist der Hackesche Markt in die Liga der Top-Standorte in Berlin aufgestiegen.”

Ich glaube, mit H&M in der Nachbarschaft ist eine Gegend ungefähr so “top” wie ein Erdbeben der Stärke 10 auf der verkehrt herum gehaltenen Richterskala. Wenn mich das Schicksal mal in die besagte Gegend führt (etwa in die Sophiensaele oder ins Haus Schwarzenberg) beschleunige ich unwillkürlich meinen Schritt.

Aber die Szenekenner sehen das anders. “Deshalb werden Mietverträge bereits weiterverkauft. Abstandszahlungen im hohen fünfstelligen Bereich sind keine Seltenheit.”

Mit anderen Worten: der Hackesche Markt übt eine magische Anziehungskraft auf Individuen aus, die skrupellos genug sind, aus Scheiße Geld zu machen. Nils Busch-Petersen, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Berlin-Brandenburg, meint dazu: “Die Entwicklung am Hackeschen Markt ist äußerst erfreulich”.

2 Kommentare zu “Vorsicht!”

  1. Ostprinzessin

    Was könnte mensch denn mal gegen diese “erfreuliche Entwicklung” unternehmen?

    Zunächstmal sollte vielleicht der Spannungsbogen rund um den Platz etwas erweitert und der Hackesche Markt nach dem (heute leider nach eben diesem benannten) Bahnhof benannt werden, also entweder “Börse” oder “Marx-Engels-Platz”. Letzteres wäre eigentlich nur fair, nachdem schon der Marx-Engels-Platz vor dem Palast in “Schlossplatz” rückumbenannt wurde, um das olle Schloss heraufzubeschwören, und Marx und Engels bzw. wir seither ohne diese Ehrung auszukommen haben. Das “Marx-Engels-Forum” auf der gegenüberliegenden Seite der Spree ist kein Ersatz für den Verlust, zumal der stehende Marx und der sitzende Engels dort mit ignoranten Bebauungsszenarien bedroht werden.

    Aber auch der Name “Börse” hätte seinen Reiz und würde vermutlich dem heutigen Chararkter der Umgebung erfrischend ehrlich Rechnung tragen.

    Berlin wird mit Privatisierung, Abriss, Hypersanierung und Gleichförmigkeit überzogen. “Ihr habt die ganze Stadt verkauft”, heißt es auf einem Transparent am gerade eben erst verkauften, autonomen Zentrum Köpi in der Köpenicker Straße in Mitte.

    Ich denke, es wird wirklich Zeit für äußerst unerfreuliche Entwicklungen.

  2. admin

    Der Spruch “Ihr habt die ganze Stadt verkauft” trifft es genau. Zumindest sind sie dabei, das zu tun.
    Etwas zu verkaufen, was einem gar nicht gehört, ist natürlich eine wahrhaft geniale Geschäftsidee.

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