Archiv der Rubrik “Berlin”

Herat, Berlin

Dienstag, den 20. Juli 2010

Wahnwitz I
Herat. Zusammen mit Rupert Neudeck von den ”Grünhelmen” baut die Titus Dittmann Stiftung in Afghanistan das ”Achte Weltwunder”. Die Stiftung leistet ”humanitäre Hilfe für Kinder und Jugendliche” durch ”sinn- und identitätsstiftendes Skateboarding weltweit”. Im Titus Online-Shop können die Afghanistan-Kids dann das passende Outfit kaufen (”keine Hose, sondern ein ganz besonderes Lebensgefühl!”). Für die Älteren setzt Ralf Maier, Kölner Landschaftsarchitekt mit Philosophie, neben den Skate-Park noch ein positives Signal.
Wahnwitz II
Berlin. Das Vivantes-Klinikum Am Urban in Kreuzberg hat Mittel aus dem ...

Gießen für Westerwelle

Donnerstag, den 15. Juli 2010

Die Natur leidet unter der Hitze. Das hat Anja Herr von der RBB-Abendschau herausgefunden und gestern brühwarm darüber berichtet. Vor allem aber die öffentliche Hand ist verdorrt. ”Die städtischen Gärtner kommen mit dem Gießen nicht mehr hinterher.”
Warum das so ist, erfährt der geneigte Abendschau-Zuschauer nicht. Nicht, ob dies wirklich das Ende von 700 oder 800 Jahren Berliner Geschichte sein soll, daß die Regierenden sich außerstande sehen, ein paar Bäume wässern zu lassen, nicht, wie es kommt, daß dieselbe öffentliche Hand ...

Statt Natur

Montag, den 5. Juli 2010

Über zehn Menschen, ein Drittel von ihnen Sicherheitspersonal, ein weiteres Drittel Politiker und Mitarbeiter des Stadtplanungsamtes, strömten am 3. 7. in den neu gestalteten Cheruskerpark in Berlin Schöneberg, um bei höchst sommerlichen Temperaturen im Schatten alter Bäume und üppig wuchernder Sträucher den Schöpfern dieses landschaftsplanerischen Kleinods ihren unbeschreiblichen Dank auszusprechen. Auf Plakaten und Transparenten wünschten sie den Verantwortlichen alles Mögliche.

Selbst ein Investor aus dem immer wieder erneuerbaren Energiesektor war zugegen und bot nachhaltig seine finanzielle Unterstützung an.

Die Geehrten bedankten sich ihrerseits ...

Das Letzte

Donnerstag, den 1. Juli 2010

Alte Kamellen
Apple macht derzeit in der Hauptstadt massiv Reklame für sein iPhone. Kein Wunder. Das Teil ist inzwischen total überholt. Der Kenner benutzt heute das uDepp. Mit dem kann man unbegrenzt mit sich selbst telefonieren, und nach fünf Minuten wird automatisch die Körpertemperatur angezeigt.
Vereint fallen
Die SPD hat sich nun doch mehrheitlich ihren Oberlemmingen angeschlossen und trottet auf der verlängerten A 100 mehr oder weniger einmütig Richtung Abgrund.
Ungebetenes Volk
Die trinken, die lachen - das alles muß nicht sein, findet in der ...

Graffiti aus dem Zombie-Land

Mittwoch, den 23. Juni 2010

Was ist denn das! Da besprüht jemand ein komplettes Was-auch-immer-das-sein-mag-Häuschen, und ich bekomme nichts davon mit! Keine Hubschrauberstaffel mit Wärmebildkameras, die über dem Tatort kreist, keine Verfolgungsjagden mit Kollateralschäden auf den Straßen, wie bei früheren Großeinsätzen der Polizei gegen Graffiti-Schwerstverbrecher, und der Eigentümer dieses merkwürdigen Dings - auch solche Qualitätsbauten müssen ja wohl einen Eigentümer haben - macht noch nicht einmal Anstalten, sein Besitztum von dem Geschmiere wieder zu befreien!
Und dann ist da noch etwas anderes seltsam: diese Schmierereien strahlen ...

Lars I., der Retter

Freitag, den 11. Juni 2010

”Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch”, soll irgendein Dichter namens Höll-Berlin (oder so ähnlich) irgendwann einmal gesagt oder geschrieben haben. Für die Mieter der Sozialwohnungen in Schöneberg zum Beispiel wächst es in Gestalt des Lars Oberg. Der hat neben den Zettel in der Akazienstraße, auf dem das Schicksal Dieter Bernhardts beschrieben und sein Freitod betrauert wird, einen eigenen Zettel geklebt, mit dem er seine mobile Sprechstunden-Hilfe anbietet.

Herr Oberg - der Erste Oberg, wie seine Unterschrift zu erkennen gibt ...

06.06.2010

Sonntag, den 6. Juni 2010

Sobald es mal einen Tag richtig warm ist, sterben bei den Leuten die Hirnzellen im Akkord.
Erst zertrümmerten die lieben Kleinen nicht nur, wie üblich, nach dem Aufwachen ihr Bettchen, sondern anscheinend das gesamte Mobiliar, woraufhin das Fußballspielen in der Wohnung zur Strafe ausfallen mußte. Dann kam die Bevölkerung laut schreiend aus den Häusern gerannt. Limousinentüren schlugen, Motoren heulten auf. Man schwang sich auf selbstgebastelte Mofas und fuhr stundenlang die Straße auf und ab. Der Yuppie-Proll von gegenüber vergnügte sich ...

Charité verkauft (sich) (mal wieder)

Sonntag, den 6. Juni 2010

Von der Öffentlichkeit nahezu unbemerkt, von Börsenblättern dagegen aufmerksam registriert, haben die Berliner Uniklinik und der Pharma-Konzern Sanofi-Aventis Ende Mai unter dem Beifall des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und des Berliner Senators für Bildung und Wissenschaft (SPD) einen Kooperationsvertrag unterzeichnet. Im Rahmen dieser ”ersten Private Public Partnership ihrer Art in Deutschland” wollen die Partner in Zukunft ”noch enger” zusammenarbeiten als bisher, um ”neue Medikamente schneller zur Verfügung stellen zu können” (Pressemitteilung Sanofi-Aventis).
Charité-Chef Karl Max Einhäupl allerdings scheint von einer ...