Beiträge zu dem Stichwort “Konsum”

Schrankenlos

Dienstag, den 9. Dezember 2008

"Handystrahlung schwächt Gedächtnis," steht heute auf der Wissenschaftsseite der Berliner Zeitung. Die Forscher vermuten, "dass Handystrahlen die Blut-Hirn-Schranke durchlässiger machen, die das Gehirn normalerweise vor vielen schädlichen Substanzen schützt."
Das vermuten die wenigen Forscher, die sich ihre Forschung nicht von der Industrie bezahlen lassen, allerdings schon seit den Siebzigerjahren des vorigen Jahrhunderts. Es war nur den Journalisten offenbar entfallen.
"Wird die Handy-Generation verblöden?", hatten sich ja besorgte Schweizer schon nach der Veröffentlichung einer anderen Studie der Universität Lund 2003 gefragt. Eine Frage, ...

“Die Linden verbinden”

Freitag, den 5. Dezember 2008

Dieser Aufforderung sollte dringend jemand nachkommen. Die Linden sind schließlich schwer krank. Sie leiden an offener Kommerzialitis. Vorher müßte natürlich noch der Vattenfall- und Vodafone-Krebs wegoperiert werden.

Lied eines (ehemals) werktätigen Berlin-Besuchers

Montag, den 10. November 2008

Von Arbeitern, Bauern und Staat war ich der erste.
Hab vor der Neuen Wache patrouilliert.
Im Stechschritt.
Wo jetzt die fette Frau sitzt,
war früher eine Flamme.
Wo ist die hin?
Heute schätze ich die ästhetischen Reize größerer Autos.
Im KaDeWe schätze ich die Parfümabteilung.
Dort lasse ich mich probebesprühen.
Der da, im KaDeWe-Schaufenster, der bin ich nicht.
Der da in den Papierkörben wühlt, der bin ich nicht.
Ich bin stolz, ein Arbeiter zu sein.
Ich bin stolz, ein Deutscher zu sein.
Ich bin stolz!!
Außerhalb meiner Arbeitszeit habe ich wenig Zeit.
(Hallo! Wir wollen ...

Die Vision des Klaus Wowereit

Samstag, den 11. Oktober 2008

Als Gerhard Schröder (SPD) 1998 Kanzler wurde, ahnten die meisten noch nicht, daß es Lobby-Organisationen wie der Bertelsmann-Stiftung einmal gelingen würde, ein demographisches Problem im Land zu diagnostizieren, mit dessen Hilfe die Bedürfnisse der Versicherungswirtschaft durch Kürzung staatlicher Sozialleistungen befriedigt werden könnten. Inzwischen blicken wir auf eine Fülle weiterer Probleme zurück, die von Lobbyisten durch nachhaltiges Aufbrechen des lähmenden Umverteilungsstaus gelöst werden konnten. Allein das demographische Problem besteht weiterhin und steht so zur weiteren Verwendung zur Verfügung. Erst kürzlich forderte ...

Jetzt mit City-Guide

Montag, den 16. Juni 2008

Manche Menschen ziehen das Unglück magisch an. Wo strömen die 20 besoffenen Schüler aus Bietigheim-Bissingen in die ansonsten fast leere S-Bahn? Da, wo ich stehe. Aber eigentlich wollte ich von etwas anderem schreiben.
Wer heute nach einem Stadtplan von Berlin sucht, der hat schlechte Karten. Stadtpläne gibt es nämlich nicht mehr. Nur noch Citypläne. Dafür aber "jetzt mit City-Guide".
Da auch Citypläne die für ihre Hersteller lukrative Angewohnheit haben, sich ziemlich schnell in ihre Einzelteile aufzulösen, müssen sie ab und zu ersetzt ...

Rosa-Herzchen-Tag

Mittwoch, den 11. Juni 2008

Verkehrtes Publikum,
es ist wieder Fußballzeit! Für viele von uns ist das ja eine Zeit des Innehaltens und Sich-an-den-Kopf-Fassens, und auch ich nutze gerne diese Zeit, um über mich und meine Leser nachzudenken.
Wie oft habe ich schon den Tag verflucht, an dem ich die Null-Euro-Domain weltuntergangs.info als Geschenk annahm. Hätte ich doch damals lieber etwas tiefer in die Tasche gegriffen und das-leben-ist-geil.com von der Porsche AG oder alles-wird-gut.de vom Bundeskanzleramt gekauft! Dann würden mir die Hausfrauen heute auf der Straße mit ...

68 ./. 08/15

Dienstag, den 6. Mai 2008

68er
Das Arsenal zeigt bis Juli Filme aus der Zeit um 1968. Das war die Zeit, als der deutsche Nachkriegsfilm (jedenfalls der westdeutsche) endlich ein eigenes Profil bekam. Sehr populär sind diese Neuen Deutschen Filme aber bis heute nicht, wie die Zuschauerzahlen im Arsenal zeigen.
In Tätowierung von Johannes Schaaf spielt das spätere RAF-Mitglied Christof Wackernagel den 16jährigen Adoptivsohn eines Westberliner Fabrikanten, der sich durch die übertrieben verständnisvolle Fürsorge der Adoptiveltern erdrückt fühlt. Schließlich genügen ein paar Frust-Erlebnisse, um den "Befreiungsschlag" auszulösen, ...

Stiftung Tote Stadt

Freitag, den 2. Mai 2008

Es ist kaum zu übersehen: die Werbetafeln schießen aus dem Berliner Betonboden wie die Giftpilze. Was aber dem kritischen und in Fragen der Ästhetik nicht ganz gehandicapten Bürger wie letzte Zuckungen eines agonisierenden Gemeinwesens anmutet, ist in Wirklichkeit von langer Politikerhand geplante "Belebung" einer Stadt.
"Deregulierung" heißt das neoliberale Zauberwort, das Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) in Berlin mit Leben erfüllte, als sie 2005 die neue Bauordnung verabschieden ließ, die neben anderen Greueltaten, wie etwa der Verstrahlung der Bevölkerung durch Mobilfunkantennen, auch ...